Fünf Schüler/innen, die den Schulstress des Alltags für kurze Zeit hinter sich lassen wollten, fünf Tage in einem katholischen Kloster und Herr Weissenburger mit einer Vision.
„Auszeit im Kloster“ – das war die Intention, mit der sich unsere Gruppe von sechs Leuten am Donnerstag, den 13.08.2026, auf den Weg in Richtung Bahnhof gemacht hat. Ziel: die Benediktinerabtei St. Matthias in Trier.
Vor Ort wurden wir, wie der Zufall so will, nach gut fünf Stunden Anreise von dem lieben Bruder Matthias in Empfang genommen, der uns zugleich die Zimmerschlüssel überreichte und uns zum zurückgestellten Mittagessen begleitete. Nach einer kurzen Verschnaufpause erhielten wir eine lehrreiche Führung über das Gelände, samt der Basilika St. Matthias, deren Krypta und den Grabanlagen.
Dem Alltag der Mönche entsprechend ging es für uns alle kurze Zeit später bereits zum ersten, sicher aber nicht letzten Gebet unseres Aufenthalts: der Vesper. Auf sie folgte das berüchtigte Abendbrot in Stille, ausgezeichnet durch Käseplatten und das Glöckchen des Abts, das das Essen einleitete und beendete. Ob von einer Tischlesung begleitet oder einem Streichkonzert – trotz der Schweigsamkeit wurde es nicht langweilig…
Um den erfolgreichen Tag am Ende abzurunden, trafen wir uns gegen 20 Uhr ein weiteres Mal in der Basilika, sprachen ein Gebet und sangen gemeinsam die Psalmen, die die Nachtruhe einleiteten. Als hätten wir die Absicht dahinter missverstanden, fanden wir uns alle kurz darauf komischerweise im Speisesaal wieder und plünderten die Obstschale oder die Keksdose …
Neuer Tag, neues Leben, doch zwei von uns fügten sich nicht ganz ein und verschliefen bereits die erste frühmorgendliche Laudes, zu der wir uns freitags sowie montags um 05:45 Uhr in der Kirche einfinden sollten.
Nach dem Motto „Ora et Labora“ hieß es für uns direkt nach einem ausgewogenen Frühstück: ran an die Arbeit! Ob auf dem Mirabellenbaum oder im Kreuzgang – der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Von der Arbeit löste uns das tagtägliche Mittagsgebet um 12:30 Uhr ab, welches im Anschluss von einem fantastischen Mittagessen begleitet wurde. Mehrere Gänge: freitags Fisch, vegetarisch schmeckt es auch sehr, samstags und sonntags Nachtisch! Was will man mehr?
In den darauffolgenden fünf Stunden galt Freizeit. Nutzen konnte diese jeder für sich. Ob Brettspiele spielen, Bücher lesen, sich erneut ins Bett zurückziehen, das Gelände rund um das Kloster erkunden oder im Klosterbrunnen baden – die Möglichkeiten waren groß und die Zeit verging wie im Flug. Gegen 18:15 Uhr erwartete uns die erneute Vesper, gefolgt vom Abendessen … und da war sie wieder: die Panik, die im Inneren eines jeden aufsteigt, wenn der Mönch zum zweiten Mal mit der Teekanne umhergeht. Die Teller leeren sich, die Käseplatten werden abgeräumt, aber man selbst hat noch eine halbe Scheibe Brot vor sich liegen. Ein Gefühl, das man nur nachempfinden kann, wenn man selbst dabei gewesen ist. Und dennoch hat das Käsebrot noch nie so gut geschmeckt wie beim Abendessen an diesen Tagen.
Im Hinblick auf die darauffolgenden Tage ließ sich unser Ausflug ins Kloster als perfekt getimed beschreiben. Wir hatten nicht nur das Glück, Mariä Himmelfahrt mit den Mönchen zu feiern, sondern waren auch bei dem großen Konzert anlässlich der Renovierung des Kreuzgangs dabei. Theaterchor, Operngesang und Harfenspiel erfüllten unseren Sonntagnachmittag.
Der Montag (17.08.2026) ereilte uns viel zu schnell, denn gegen Mittag hieß es bereits Abschied nehmen. Abschied von einer großartigen Woche voller neuer Erfahrungen, einer Gruppe überaus netter und unterhaltsamer Mönche und unserem Zuhause für die kurze Zeit.
Eine Zeit, die uns allen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir sind sowohl Herrn Weissenburger als auch den Mönchen sehr dankbar für unseren Aufenthalt und die Erfahrungen, die wir machen durften. Wir kamen mit gemischten Erwartungen im Kloster an, doch diese wurden weit übertroffen.
PS: Wenn die Kekse leer sind, hört auf danach zu suchen … Ihr werdet es noch bereuen!
Leni Mais & Sophia Dick, MSS13
Fotos: Denise Langhauser, MSS13



