Hinter den Kulissen der Macht: Stufe 12 im Mainzer Landtag

Am 23. Oktober 2026 tauschte die gesamte Jahrgangsstufe 12 den Schulalltag gegen die große Politik ein: Es ging nach Mainz in den Landtag Rheinland-Pfalz – bereit, die parlamentarische Demokratie im Selbstversuch auf Herz und Nieren zu prüfen.

Nach der Ankunft hieß es für die Schülerinnen und Schüler: Parteien bilden, allerdings ganz ohne Parteinamen. Stattdessen wurden Farben verteilt, die zwar rein zufällig gewählt waren, in der politischen Praxis aber frappierende Ähnlichkeiten zu bekannten Richtungen aufwiesen.

Das Thema des Simulationsexperiments hatte es in sich: „Sollten Bewerbungen künftig anonymisiert werden?“

In den anschließenden Fraktionssitzungen wurde gerungen, taktiert und das Fundament für Koalitionen gegossen. Es galt, Fraktionssprecher zu bestimmen, Reden zuzuspitzen und die eigenen Reihen geschlossen hinter den Antrag zu bringen.

Im echten Plenarsaal angekommen, übernahmen die Jugendlichen unter Anleitung der Landtagsbetreuung und eines gewählten Landtagspräsidenten das Steuer. Besonders angetan hatte es vielen die Saaltechnik: Einmal (eher mehrmals) das Mikrofon einschalten und den „großen Auftritt“ im Scheinwerferlicht der Demokratie genießen – das sorgte für echten Landtags-Vibe.

Der politische Paukenschlag am Ende

Während die Debatte bei einigen Redebeiträgen durchaus hitzige Züge annahm und leidenschaftlich über Chancengleichheit versus Bürokratie gestritten wurde, folgte beim finalen Abstimmungsverhalten der absolute Höhepunkt:

In einer klassischen Volte des parlamentarischen Überraschungsmoments verbündeten sich zwei Farben überraschend im Hinterzimmer, scherten aus den erwarteten Pfaden aus und stellten mit ihrer plötzlich errungenen Mehrheit den Antrag auf Neuwahl des Parlamentes! Ein Manöver, mit dem weder der frisch gewählte Präsident noch die echten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landtags gerechnet hatten – Koalitionspoker in Reinform.

Am Ende waren sich alle einig: Es hat Riesenspaß gemacht, die Abläufe echter Politik hautnah zu spüren und ganz nebenbei zu erleben, wie schwer (und unterhaltsam) Kompromissfindung sein kann.

Ein herzlicher Dank geht an unsere betreuenden Lehrkräfte Herrn König, Herrn Bickelmann-Frey und Herrn Seiberth, die das bunte Farben-Parlament sicher durch die Brandung der Landespolitik gesteuert haben.