Theater-AG Antike

Leitung: Melanie Kunz

2008: Amphitryo

Titus Plautus war der erste römische Dichter, der sich auf eine Gattung, die Palliata (=Komödie, die nach dem «Pallium», einem Überwurf der Griechen, benannt wurde) spezialisierte. Sein «Amphitryo», eine Mythentravestie, ist eines der am häufigsten nachgeahmten Theaterstücke (z.B. Molière, Kleist).

Amphitryo, ein thebanischer Feldherr, ist gerade zum Krieg gegen die Teleboer ausgerückt. Seine Frau Alkmene entzückt derweil Juppiter so sehr, dass dieser sich einen genialen Plan ausdenkt. Er nimmt die Gestalt Amphitryos an und übernimmt bei Alkmene die Rolle ihres Ehemanns – in jeder Beziehung.

Nun kommen aber Amphitryo und sein Sklave Sosia nach Hause, so dass es zu zahlreichen Verwechslungen kommt. Denn nicht nur Amphitryo und Juppiter sehen gleich aus, der Sklave Sosia hat in Juppiters Götterboten Merkur ein Pendent gefunden.

Plautus geht mit der Zeitrechnung locker um. Während am Anfang der Komödie noch vom „Schäferstündchen“ erzählt wird, ist kurz danach schon von der Situation kurz vor Alkmenes Niederkunft die Rede. Auch hier ist nach unserem heutigen Verständnis ein Logikfehler: die Tatsache, dass Alkmene Zwillinge bekommt, wird als Beweis dafür angesehen, dass sie mit zwei Männern geschlafen haben muss!

Viel Humor beweist Plautus damit, dass er an allen möglichen und unmöglichen Stellen ein „Meherc(u)le“ (= Beim Herkules) einwirft. Herkules aber kann noch nicht da sein, er ist einer der Söhne Alkmenes und Juppiters.

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